Eiche am Klapperturm bei Einbeck

Eiche am Klapperturm bei Einbeck
Die Eiche steht am ehemaligen Klapperturm, heute eine Gaststätte, westlich von Einbeck an der Straße nach Markoldendorf. Der Klapperturm wurde im Jahr 1446 als Landwehr zu Verteidigungszwecken errichtet. Durch lautes Klappern wurde bei nahenden Feinden Alarm geschlagen. Die Eiche stammt vermutlich aus dieser Zeit. Eduard Mielck schreibt bereits 1863 in Die Riesen der Pflanzenwelt über die Eiche: „Die den ‚Klapperthurm‘ bei Einbeck überragende und von dem Magistrat der Stadt in besonderen Schutz genommene Eiche hat fast 23 Fuß Umkreis und 78 Fuß Höhe.“ Unter der Annahme das ein Fuß 29,21 cm entspricht hat der Umfang 6,72 m betragen. Nachdem der Klapperturm seine Verteidigungszwecke eingebüßt hatte, wurde er zu einer Gaststätte umgebaut. Die Gaststätte brannte 1899 ab und beschädigte dabei die Eiche stark. Im Jahre 1951 wurde der halb geöffnete und komplett hohle Stamm in 4 m Höhe mit der maroden Krone gekappt. Die Eiche verharrt bis heute in diesem Zustand. Die verbliebenen Stammbereiche werden durch Eisenbänder zusammengehalten. Ohne diese Eisenbänder würde der Stamm auseinanderbrechen. In 4 m Höhe streben ein paar verbliebene Äste nach oben, die die überschaubare Krone bilden, die zudem mit Totästen durchsetzt ist.
Ort: Einbeck
Gemeinde: Einbeck
Landkreis: Northeim
Bundesland: Niedersachsen
Höhe: 145 m über NN
Baumart: Stieleiche
Alter: etwa 550 Jahre
Brusthöhenumfang: 8,70 m
Taillenumfang: 7,91 m
Höhe des Baumes: 11 m
Kronendurchmesser: 10 m
Jahr der Messungen: 2014
Entwicklung des Brusthöhenumfangs
1863 6,72 m Eduard Mielck
1907 7,90 m Wilhelm Brandes
1914 8,00 m Hugo Wilhelm Conwentz
2014 8,70 m Rainer Lippert

Literatur

  • Jeroen Pater: Riesige Eichen: Baumpersönlichkeiten und ihre Geschichten. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-440-15157-0, Seiten 156-157.
  • Stefan Kühn, Bernd Ullrich, Uwe Kühn: Deutschlands alte Bäume. 7. Auflage, Neuausgabe. BLV Verlagsgesellschaft, München 2014, ISBN 978-3-8354-1224-8, Seite 110.
  • Bernd Ullrich, Stefan Kühn, Uwe Kühn: Unsere 500 ältesten Bäume: Exklusiv aus dem Deutschen Baumarchiv. 2. neu bearbeitete Auflage. BLV Buchverlag, München 2012, ISBN 978-3-8354-0957-6, Seite 77.
  • Wilhelm Brandes: Forstbotanisches Merkbuch: Nachweis der beachtenswerten und zu schützenden urwüchsigen Sträucher, Bäume und Bestände im Königreich Preussen. V Provinz Hannover, Gebrüder Bornträger, Berlin 1907, Seite 115.
  • Eduard Mielck: Die Riesen der Pflanzenwelt. Winter, Leipzig 1863, Seite 22.
Letztes Update: 24. November 2016