Messmethode

Brusthöhenumfang (BHU)

Die wichtigste Information zu jeder Eiche ist der Stammumfang. Dazu wird der Umfang in Brusthöhe gemessen, was einer Höhe von 1,3 m entspricht. Der Brusthöhenumfang (BHU) ist die am weitesten verbreitete Messmethode in Deutschland. In anderen Europäischen Ländern wird teilweise in 1,5 m Höhe gemessen. In der Forstwirdtschaft wird meistens der Brusthöhendurchmesser (BHD) gemessen, der sich aus dem Brusthöhenumfang mittels der Kreiszahl berechnen lässt. Wichtig dabei ist, dass die 1,3 m Höhe immer vom höchsten Punkt des Bodens aus gemessen wird. Steht die Eiche an einem Hang, so wird entsprechend Hangoberseitig in 1,3 m Höhe gemessen. Bei Erdaufschüttungen oder Bodenerosion wird nach dem höchsten Punkt des ehemaligen Bodenverlaufs gesucht. Dieser Punkt kann demnach niedriger sein als der heutige Bodenverlauf, weshalb sich Messungen zu einem späteren Zeitpunkt erschweren. Sollte der Umfang unterhalb von 1,3 m Höhe geringer sein, so wird an dieser Stelle gemessen. Dies enstpricht dann die Taille des Stammes, was entsprechend vermerkt wird. Hinzu kommt noch, dass immer unterhalb des untersten Starkastes (10 cm Durchmesser) oder großen Astloches gemessen wird. Gehen diese tiefer als 1,3 m Höhe ab, so wird die Taille darunter gemessen und als Taille vermerkt.

Taillenumfang

Eine andere Messmethode ist noch die Taillenmessung, die den Vorteil hat, dass das Bodenniveau, welche sich mit der Zeit durch Erdaufschüttungen oder Boden-erosion ändern kann, unberücksichtigt bleibt. Mehrfachmessungen führen nur zu einem geringen Unterschied, im Gegensatz beim Brusthöhenumfang bei Monumentalen Eichen mit verjüngenden Stamm (abholzig). Die Messung lässt sich dadurch zu einem späteren Zeitpunkt einfacher wiederholen. Man sucht dabei am Stamm nach die Stelle mit dem geringsten Durchmesser und misst da den Umfang. Dabei kann das Maßband auch schräg oder geschlungen um den Stamm geführt werden, um so Ausbuchtungen und Wucherungen zu umgehen.

 

Ziel dabei ist es, den geringstmöglichen Umfang zu bekommen. Die Taillenmessung wird bis in eine Höhe von maximal 2,5 m durchgeführt. Sollte der Kronenansatz tiefer als 2,5 m liegen, die Taille demnach auch, so wird unter dem beginnenden Astkranz oder großen Astlöchern gemessen. Befindet sich die Taille tiefer als 1,3 m Höhe, oder auch nur teilweise tiefer bei einer geschlungenen Messung, so wird das Taillenmaß automatisch auch das Maß des Brusthöhenumfanges. Eine separate Messung des Brusthöhenumfanges entfällt dadurch. Liegt die Taille komplett höher als 1,3 m, so wird zusätzlich in 1,3 m Höhe den Brusthöhenumfang gemessen, siehe oben. Nur bei ganz wenigen Monumentalen Eichen befindet sich die Taille höher als 2,5 m. Mit dieser Messmethode lassen sich demnach beinahe alle Monumentale Eichen relativ einfach messen, ungeachtet des veränderlichen Bodenniveaus.

 

Baumhöhe

Die Höhe der Monumentalen Eichen messe ich mit einem Laser-Entfernungsmesser, dem Nikon Forestry Pro. Vergleichsmessungen mit deutlich teureren Geräten haben gezeigt, dass der Laser im entsprechenden Höhenbereich der Monumentalen Eichen genauer als 1 m misst. Und da ich die Höhe ohnehin nur auf 1 m genau angebe, ist die Ungenauigkeit zu vernachlässigen. Wer sich für einen Laser-Entfernungsmesser interessiert, kann direkt von meinem Shop aus über Amazon einen kaufen.

 

Entscheidenter ist, dass man auch tatsächlich den höchsten Trieb misst, was bei einer breiten Krone und beängtem Umfeld nicht immer leicht ist. Deshalb messe ich immer aus verschiedenen Richtungen. Mit dem Laser messe ich nach dem sogenannten Zweipunktverfahren. Dabei wird eine Entfernungs- und Winkelmessung zur Spitze und zur Basis durchgeführt. Steht die Eiche an einem Hang, so wird der vermeintliche Keimpunkt, entsprechend halber Hanghöhe, als Basispunkt genommen.

 

Andere Messmethoden, wie eine Dreipunktmessung, die auch mit dem Nikon möglich wäre, ist Fehlerbehaftet. Dabei wird die Entfernung zum Stamm und eine reine Winkelmessung zur Spitze und zur Basis durchgeführt. Auch ältere Messgeräte aus der Forstwirtschaft, wie dem Suunto, basieren nach diesem Prinzip. Bei einem Schrägwuchs der Eiche, oder wenn der höchste Trieb nicht senkrecht über der Stammbasis ist, führt die reine Winkelmessung zur Spitze zu Fehlern. Ist die Spitze zum Messgerät hin geneigt, führt eine steilere Winkelmessung zu einer größeren Höhe. Bei weggeneigter Spitze zu einer entsprechend niedrigeren Höhe, bedingt durch einen flacheren Winkel.

Kronenbreite

Mit Kronenbreite ist der mittlere Durchmesser der Baumkrone gemeint. Einzelne Äste die länger sind, die die Krone dadurch in eine Richtung etwas breiter machen, bleiben dabei unberücksichtigt. Die Kronenbreite zu Messen ist mit am schwierigsten bei allen Messungen. Denn kaum eine Baumkrone ist kreisrund. Am einfachsten lässt sich die Kronenbreite durch abschreiten und zählen der Schritte ermitteln. Kennt man seine Schrittlänge, bei mir genau 1 m, kann man recht schnell die Kronenbreite ermitteln. Am besten macht man das zweimal in verschiedene Richtungen. Etwas genauer ist das direkte messen mit einem Maßband. Das mache ich aber eigentlich recht selten. Bei beiden Methoden muss man auch tatsächlich senkrecht unterhalb des äußersten Baumbereiches beginnen und auf die andere Seite messen. Eine weitere Methode ist das messen auf Bilder. Die Baumhöhe ist durch die Lasermessung bekannt. Mit dem Lineal kann man dann das Verhältnis von Baumhöhe und Kronenbreite ausmessen und anhand der Höhenmessung umrechnen. Am meisten wende ich die Methode in Google-Earth an. Ein Großteil der Monumentalen Eichen stehen im Freistand. Auf dem Satellitenbild von Google-Earth ist die Kronenbreite dann meistens gut zu sehen. Mit der Linealfunktion von Google-Earth lässt sich dann recht einfach der Durchmesser der Krone ermitteln. Man misst mehrmals in verschiedene Richtung die jeweils größte Kronenausdehnung und bildet einen Mittelwert. Vergleiche mit realen Messungen mit Bandmaß haben nur geringe Unterschiede ergeben. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Satellitenbild bei Google-Earth nicht immer aktuell ist. In der Zwischenzeit kann sich die Breite der Krone durch Einkürzungen bei Pflegemaßnahmen, oder durch Sturm- und Blitzschaden reduziert haben.

Letztes Update: 5. Dezember 2016