Alter

Im Sprachgebrauch gibt es viele sogenannte tausendjährige Eichen. Auch in der Literatur findet sich des Öfteren die Angabe von 1.000 oder noch mehr Jahren. Bei der einen oder anderen Eichen findet man vor Ort auch ein Schild mit dem Hinweis, dass sie 1.000 Jahre alt wäre. Aber wie so oft ist da der Wunsch meist Vater des Gedankens. Stand jetzt ist bei keiner Eiche in Deutschland ein Alter von 1.000 Jahren nachgewiesen worden. Das Deutsche Baumarchiv geht von einem jährlichen Umfangszuwachs von 1,8 bis 2,0 cm aus. Das deckt sich auch in etwa mit meinen bisherigen Umfangsmessungen. Anhand dessen kann man das Alter einer Eiche aufgrund des Stammumfanges grob abschätzen. Hinzu kommt auch immer, wo die Eiche aufgewachsen ist. Wie etwa im Freistand, die dann etwas schneller wächst, oder im Bestand. Auch andere  Faktoren, wie Bodenbeschaffenheit, spielen eine Rolle.

 

Die Ivenacker Eichen wurden 1995 angebohrt und Bohrkerne entnommen. Alle Eichen sind innen komplett hohl. Bei der Großen Eiche konnten bei der verbliebenen Stammwandung 193  Jahrringe ausgezählt werden. Das hat man dann hochgerechnet und das Gesamtalter auf etwas über 800 Jahre angesetzt. In den letzten 193 Jahren ist die Eiche nur um Durchschnittlich 1,16 cm im Umfang gewachsen. Damit gehört sie zu den am langsamsten wachsenden Eichen in Deutschland. Am anderen Ende steht die Gerichtseiche in Groß Schneen. Die Gerichtseiche wurde im Jahr 2004 angebohrt. Auch dessen Stamm ist innen hohl. Der unterste Starkast war aber vollholzig. Das Alter der Eiche wurde nach Auszählung und Hochrechnung auf 275 Jahre angesetzt. Die Eiche legt demnach pro Jahr um 2,7 cm im Umfang zu. Letztendlich gibt es wohl nur ganz wenige Eichen die Älter als 600 Jahre sind. Die ältesten Eichen haben wohl ein Alter von etwa 800 Jahren. Dazu gehört die Große Eiche in Ivenack, die Femeiche in Erle und die Grabeiche in Nöbdenitz.

 

Ich gebe bei jeder Eiche eine Altersangabe an. Es handelt sich aber letztendlich nur um eine Schätzung, da bei keiner Monumentalen Eiche das konkrete Pflanzjahr bekannt ist. Ich orientiere mich an Altersangaben der neuesten Literatur, versuche den Standort zu Berücksichtigen und Vergleiche meine Messwerte mit älteren Messwerten. Letztendlich bleibt es nur ein grober Schätzwert. Die Angabe n sind auch nicht als einen festen Wert anzusehen. Jede Jahresangabe ist mit einem Toleranzbereich von +/- 50 Jahren, wohl aber eher +/- 100 Jahren anzusehen.  

Letztes Update: 5. Dezember 2016