Femeiche in Erle

Femeiche in Erle
Bei der Femeiche handelt es sich mit 800 bis ran an die 1.000 Jahren wohl um die älteste Eiche in Deutschland. Bis zum 16. Jahrhundert wurden unter der Eiche Femegerichte abgehalten, womit sie als älteste und bekanntester Gerichtsbaum in Mitteleuropa gilt. Sie steht von einem Lattenzaun eingezäunt auf einer kleinen Wiese im Ort. Heute besteht der Stamm nur noch aus zwei getrennt stehenden Stammschalen, die von Holzstützen abgestützt werden. Bereits im 19. Jahrhundert gab es Stützen. Ohne diese Stützen würde der Baum umfallen. 1902 hat der Stammumfang in Mannshöhe 12,5 m betragen. Die Eiche hat heute noch eine gut belaubte, halbrunde Krone, die aus wenigen Ästen gebildet wird. Bemerkenswert ist auch, dass die Femeiche weit und breit im Frühjahr als erste Eiche ihre Blätter entfaltet. Die Vitalität der Eiche ist noch recht gut.
Entwicklung des Brusthöhenumfangs
1892 12,50 m Unbekannt
1904 12,00 m Emil Schlieckmann
1927 14,00 m Unbekannt
1981 14,00 m Hartwig Goerss
2004 12,21 m Jeroen Pater
2011 9,35 m Rainer Lippert
Ort: Erle
Gemeinde: Raesfeld
Landkreis: Borken
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Höhe: 65 m über NN
Baumart: Stieleiche
Alter: etwa 800 Jahre
Brusthöhenumfang: 9,35 m (Taille)
Taillenumfang: 9,35 m
Höhe des Baumes: ca. 10 m
Kronendurchmesser: 10 m
Jahr der Messungen: 2011
Femeiche Erle um 1900, Albert Weskamp (1861–1931)
Femeiche Erle um 1900, Albert Weskamp (1861–1931)

Literatur

  • Stefan Kühn, Bernd Ullrich, Uwe Kühn: Deutschlands alte Bäume. 7. Auflage, Neuausgabe. BLV Verlagsgesellschaft, München 2014, ISBN 978-3-8354-1224-8, Seiten 36-37.
  • Bernd Ullrich, Stefan Kühn, Uwe Kühn: Unsere 500 ältesten Bäume: Exklusiv aus dem Deutschen Baumarchiv. 2. neu bearbeitete Auflage. BLV Buchverlag, München 2012, ISBN 978-3-8354-0957-6, Seite 174.
  • Anette Lenzing: Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland. Langewiesche K.R., Heiligenhaus 2005, ISBN 3-7845-4520-3, Seiten 110-113.
  • Hans Joachim Fröhlich: Alte liebenswerte Bäume in Deutschland. Cornelia Ahlering Verlag, Buchholz 2000, ISBN 3-926600-05-5, Seiten 130-131.
  • Hans Joachim Fröhlich: Band 4, Nordrhein-Westfalen. In: Wege zu alten Bäumen. WDV-Wirtschaftsdienst, Frankfurt 1992, ISBN 3-926181-18-4, Seite 59.
  • Hartwig Goerss: Unsere Baum-Veteranen. Landbuch, Hannover 1981, ISBN 3-7842-0247-0, Seite 57.
  • Aloys Bernatzky: Baum und Mensch – Mit Beiträgen über Baumchirurgie von Michael Maurer. 2. Auflage. Waltemar Kramer, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-7829-1045-1, Seiten 154-158.
  • Emil Schlieckmann: Westfalens bemerkenswerte Bäume: Ein Nachweis hervorragender Bäume und Waldbestände. Velhagen & Klasing, Bielefeld 1904, Seite 76.
Letztes Update: 24. November 2016