Hohle Eiche in Egenbüttel

Hohle Eiche in Egenbüttel
Die Hohle Eiche steht in Egenbüttel, einem Ortsteil von Rellingen, in der Straße mit dem Namen Hohle Eiche auf einer Wiese. Die Straße hat bis 1973, kurz vor der Eingemeindung von Egenbüttel nach Rellingen noch Schmiedestraße geheißen. Die Eiche war bereits vor über 100 Jahren hohl und hatte einen weit geöffneten Stamm. Wilhelm Heering schreibt 1906 im Forstbotanischem Merkbuch über die Eiche: „Starke Stieleiche (Qercus pedunculata) auf einer Weidekoppel. 7,50 m Stammumfang, aufgebrochen. Die Öffnung ist ca 6 m hoch, 1,5 m breit, ca. 12 m Gipfelhöhe. Da diese Eiche die stärkste im Westen der Provinz und eine der stärksten in Schleswig-Holstein überhaupt ist, könnte diese Ruine wohl durch Ausmauern der Höhlung noch längere Zeit erhalten werden.“ Die Eiche wurde nicht ausgemauert. Die Ruine steht aber über 110 Jahre später noch immer. In den 1950er Jahren verbrannte das Trockenholz im hohlen Stamm bei einem Feuereinsatz gegen Hornissen. Gleich neben der Eiche befand sich der Gasthof zur Hohlen Eiche, welches in den 1950er Jahren aufgegeben worden ist. Damals fanden auch Skatspiele im Hohlraum der Eiche statt. Die Monumentale Eiche steht heute mitten in einer Wohnsiedlung und zeigt sich mit einem beinahe zur Hälfte geöffneten Stamm und einer Jugendhaft wirkenden Krone, die durch jüngere Äste gebildet wird. Der Schrägstehende Stamm ist zur Straße hin geöffnet. Auf der anderen Seite ist der Stamm komplett geschlossen. Der Zustand ist nicht mehr besonders gut, die Vitalität aber Altersgemäß noch in Ordnung.
Ort: Egenbüttel
Gemeinde: Rellingen
Landkreis: Pinneberg
Bundesland: Schleswig-Holstein
Höhe: 10 m über NN
Baumart: Stieleiche
Alter: etwa 400 Jahre
Brusthöhenumfang: 8,91 m (Taille)
Taillenumfang: 8,91 m
Höhe des Baumes: 15 m
Kronendurchmesser: 16 m
Jahr der Messungen: 2017
4 Kinder in der Hohlen Eiche, Ausschnitt von einer Postkarte
4 Kinder in der Hohlen Eiche, Ausschnitt von einer Postkarte

Hohle Eiche in Egenbüttel
Hohle Eiche in Egenbüttel um 1920
Hohle Eiche in Egenbüttel um 1920

Literatur

  • Stefan Kühn, Bernd Ullrich, Uwe Kühn: Deutschlands alte Bäume: Sagenhafte Baumgestalten zwischen Küste und Alpen. 7. Auflage, Neuausgabe. BLV Verlagsgesellschaft, München 2014, ISBN 978-3-8354-1224-8, Seite 42.
  • Bernd Ullrich, Stefan Kühn, Uwe Kühn: Unsere 500 ältesten Bäume: Exklusiv aus dem Deutschen Baumarchiv. 2. neu bearbeitete Auflage. BLV Buchverlag, München 2012, ISBN 978-3-8354-0957-6, Seite 51.
  • Wilhelm Heering: Bäume und Wälder Schleswig-Holsteins. Ein Beitrag zur Natur- und Kulturgeschichte der Provinz. Schmidt & Klauning, Kiel 1906, Seite 151.
  • Wilhelm Heering: Forstbotanisches Merkbuch: Nachweis der beachtenswerten und zu schützenden urwüchsigen Sträucher, Bäume und Bestände im Königreich Preussen. IV Provinz Schleswig Holstein, Gebrüder Bornträger, Berlin 1906, Seite 81.
Letztes Update: 4. April 2017