Königseiche bei Moosach

Königseiche um 1900, Friedrich Stützer
Königseiche um 1900, Friedrich Stützer
Die Königseiche, auch Maximilianseiche genannt, stand im südlichen Teil von Bayern, 2 km nordwestlich von Moosach, beim Schartlhof auf der Breitwiese. Bereits im 13. Jahrhundert wurde die Eiche urkundlich als alter und großer Baum erwähnt. Den Namen hat sie in Anlehnung an König Ludwig I., der die Eiche 1846 für 70 Gulden von Kasper Maier gekauft hatte, um sie vor der Abholzung zu schützen. Zeichnungen des Kustmalers Willers von Rieseneichen im Hasbruch haben es ihm so angetan, dass er dann in ganz Bayern nach ebenso große Eichen gesucht hat.  Schließlich ist er dann in Moosach fündig geworden. Vermutlich handelt es sich bei Maximilianseiche aber um eine Namensverwechslung, denn bis 1932, nach anderer Quelle 1952, war an der Eiche ein Schild, wonach Maximillian II., König von Bayern, die Eiche gekauft haben soll. Den Unterlagen des Forstamtes Ebersberg nach war es aber nich Maximillian II., sondern König Ludwig I.

König Ludwig I. hatte gefallen an alten Eiche gefunden und so kam es, dass bereits 1818 die Königseiche im Staatsbad Brückenau (BHU: 7,00, 2016) unter ihren besonderen Schutz gestellt worden ist. Friedrich Stützer gibt 1900 in seinem Buch Die größten, ältesten und sonst merkwürdigen Bäume in Wort und Bild einen Brusthöhenumfang von 9 m an. Bei der Abzweigung der Äste beträgt der Umfang 13 m. Ein Ast hat einen Umfang von 5 m, ein weiterer von 4,5 m. Ein ehemals dritter Ast ist bis auf einen Stumpf hin abgebrochen. Von diesem Aststumpf aus konnte man in den Hohlraum der Eiche gelangen.  Vom 19. zum 20. Jahrhundert hin war die Eiche ein beliebtes Ausflugsziel. Das leben der Eiche neigte sich aber langsam dem Ende entgegen. Bereits 1909 wird berichtet, das die Eiche durch eiserne Ketten zusammengehalten wird, um so einen Zerfall zu verhindern.

 

Ort: Moosach
Gemeinde: Moosach
Landkreis: Ebersberg
Bundesland: Bayern
Alter: etwa 700 bis 800 Jahre
Brusthöhenumfang: 9,00 m (Stützer, 1900)
Stammumfang am Boden: 13,00 m
Umgestürzt: 7. April 1988
Königseiche bei Moosach
Königseiche um 1909, Foto von Infotafel vor Ort

Königseiche um 1900, Karl Herold
Königseiche um 1900, Karl Herold

In Die Gartenlaube von 1909 ist ein Bericht über die Eiche mit der Überschrift Deutschlands merkwürdige Bäume: die Königseiche bei Schattenhofen in Oberbayern drinnen. „In der Nähe des östlich von München gelegenen zum Bezirksamte Ebersberg gehörigen Weilers Schattenhofen, 4 km von der Bahnlinie MünchenRosenheim gelegenen Station Kirchseon entfernt, steht an dem nach dem Pfarrdorfe Moosach führenden Vizinalsträßchen die ‚Königseiche‘. Ihr Alter wird auf beinahe 1000 Jahr geschätzt, und sie wurde nach den vorliegenden Aufschreibungen im Jahre 1846 von König Max II käuflich erworben, um sie vor der Vernichtung durch die Art zu retten. Sie mißt im Umfange fast 10 m, im Durchmesser über 3 m; in einer Höhe von 6 m gewinnt der Stamm an Umfang und beträgt der Durchmesser über 4 m. Die Eiche ist bereits gipfeldürr, grünt aber alljährlich noch.“


1949 wurden Pflegemaßnahmen an der Eiche durchgeführt. Im Innenraum der Eiche wurde ein Gerüst mit Eichenpfählen eingebracht und mit 12 Kubikmetern Beton ausgefüllt. Mit 2 Eisenketten, 12 und 13 m lang, wurde der Stamm zusammengeschnürt. 1949 ist ein Längsstück mit 75 cm breite herausgebrochen. An diesem Stück konnten die Jahrresringe ausgezählt werden. Auf einem Querschnitt von 30 cm verteilten sich 178 Jahrringe. Die Breite der Jahresringe hat also 1,7 mm betragen. Die Eiche hat demnach in den letzten rund 180 Jahren jedes Jahr um etwa 1 cm an Umfang zugelegt. Ein Alter von etwa 600 bis 800 Jahren, bei Annahme von einem etwas schnelleren Wachstum in jungen Jahren, ist da naheliegend. In den 1960er Jahren verfällt die Eiche immer mehr. Schuld daran sollen auch aufkommende Fichten gewesen sein, die der Eiche das Licht genommen haben. Ein entfernen der Fichten scheiterte dann an den Verhandlungen mit den Behörden. Am 7. April 1988 stürtzte schließlich die Eiche bei einem Ostersturm um. Heute ist von der Eiche nichts mehr zu sehen. Das Areal wurde inzwischen als Denkmal angelegt. Die Umrisse des Stammes wurden mit Stammresten nachgebildet, eine neue Eiche gepflanzt und mehrere Hinweistafeln errichtet.

Literatur

  • 1200 Jahre Moosach 790 - 1990: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde. Moosach 1990, Seite 236-238. (Online, pdf-Datei)
  • Wilfried Bauer: Die grünen Patriarchen. In: GEO – Das neue Bild der Erde. Nr. 5/Mai 1980. Verlag Grunner + Jahr AG & CO, Hamburg 1980, Seite 134.
  • A. Scherl: Die Gartenlaube: Illustrirtes Familienblatt. Jahrgang 1900. Verlag von Ernst Keil´s Nachfolger G.m.b.H., Leipzig 1900. Seite 36.
  • Friedrich Stützer: Die größten, ältesten oder sonst merkwürdigen Bäume Bayerns in Wort und Bild. Piloty & Löhle, München 1900. Seiten 7-9.

Weblinks

Letztes Update: 11. Dezember 2016