Amalieneiche im Hasbruch bei Hude

Amalieneiche im Hasbruch um 1863, Eduard Mielck
Amalieneiche im Hasbruch um 1863, Eduard Mielck

Die Amalieneiche stand im Urwald Hasbruch bei Hude und zählt zu den bekanntesten Eichen in Deutschland. Die Eiche wurde im 19. Jahrhundert von zahlreichen Menschein aufgesucht. Die Amalieneiche hat neben der Dicken Eiche zu den letzten Urwaldriesen des Hasbruchs gezählt. Heute gibt es dort nur noch die Friederikeneiche, die sich anschickt, in ihren Fußstapfen zu treten. Die Amalieneiche wird 1863 in Die Riesen der Pflanzenwelt mit einem Umfang von 9,09 m angegeben. Bis 1927 hat dieser noch auf 9,40 m zugelegt. Karl Ehlers schreibt in Der Hasbruch auf der Delmenhorster Geest über die Eiche: „Der Ruhm, der mächtigste Baum des Hasbruch zu sein, genießt die Amalien-Eiche. Ihre Wurzelläufe, die vielfach zu mächtigen Maserwulsten anschwellen, erheben sich etwa 1 m über den Boden und erreichen am Fuße einen Umfang von fast 15 Metern. Die Höhe des Schaftes, oberhalb der Knorren noch 9,40 m in der Runde, beträgt bei dem sehr niedrigen Kronenansatz nur 3,70 m, der Inhalt des Schaftklobens 26,2 Festmeter.“

Ort: Hude
Gemeinde: Hude
Landkreis: Oldenburg
Bundesland: Niedersachsen
Alter: etwa 800 bis 1.200 Jahre
Brusthöhenumfang: 10,00 m (1979)
Abgestorben: 1982 zusammengebrochen
Entwicklung des Brusthöhenumfangs
1863 9,09 m Eduard Mielck
1898 9,40 m Becker
1927 9,40 m Karl Ehlers
1979 10,00 m Unbekannt

Amalieneiche um 1906, Ansichtskarte
Amalieneiche um 1906, Ansichtskarte
Der Zustand der Eiche verschlechterte sich aber zunehmend. Zuletzt wurden die letzten lebenden Zweige nur noch durch einen 10 cm breiten Rindenstreifen versorgt. Zuletzt hat der Umfang 10 m betragen. Am 10. Februar 1982 ist die Eiche schließlich zusammengebrochen. Die Reste sind heute noch zu sehen. Über das Alter gibt es verschiedene Angaben. Teilweise reichen diese weit über 1.000 Jahre hinaus. Die Umfangsmessungen der letzten 100 Jahre zeigten einen jährlichen Umfangszuwachs von etwa 1 cm. Das würde auf ein Alter von weniger als 1.000 Jahre schließen. Der Holländische Baumfachmann Bert Maes konnte an einem Stück des Stammes die Jahrringe auszählen. Auf 14 cm Rindenbreite konnte er 250 Jahrringe auszählen. 0,56 mm Breite Jahrringe ergeben einen jährlichen Umfangszuwachs von 0,35 cm. Demnach wäre die Eiche sogar über 2.000 Jahre alt. Es ist aber nicht bekannt, aus welche Stammhöhe das Rindenstück ist. Der Holländer Jeroen Philippona hat später ebenfalls vor Ort ein Rindenstück gesichert. Auf 6,5 cm Breite konnte er 33 Jahrringe auszählen. Jeder Jahrring war durchschnittlich 1,96 mm breit. Diese Jahrringbreite deckt sich wiederum sehr gut mit dem gemessenen Umfangszuwachs seit 1863.

Amalieneiche um 1880, nach einer Skizze von F. Lindner
Amalieneiche um 1880, nach einer Skizze von F. Lindner
Amalieneiche um 1927, Westfälisches Museum für Naturkunde
Amalieneiche 1927, Westfälisches Museum für Naturkunde

Literatur

  • Jeroen Pater: Riesige Eichen: Baumpersönlichkeiten und ihre Geschichten. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-440-15157-0, Seiten 134-141.
  • Uwe Kühn, Stefan Kühn, Bernd Ullrich: Bäume, die Geschichten erzählen. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München 2005, ISBN 3-405-16767-1, Seite 25.
  • Hartwig Goerss: Unsere Baum-Veteranen. Landbuch, Hannover 1981, ISBN 3-7842-0247-0, Seiten 31-33.
  • Karl Ehlers: Der Hasbruch auf der Delmenhorster Geest. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Waldes. Friesen-Verlag, Bremen 1926.
  • Becker: Alte und seltene Waldbäume In: Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen. Verlag von Julius Springer, 1898, Seite 458.
  • Der Hasbruch – von Ferdinand Lindner, in: Die Gartenlaube, 1880, Heft 26, S. 423–427
  • Eduard Mielck: Die Riesen der Pflanzenwelt. Winter, Leipzig 1863, Seiten 26-27.

Weblinks

Letztes Update: 13. September 2017