Dagobertseiche in Dagobertshausen

Dagobertseiche in Dagobertshausen, um 1830
Dagobertseiche in Dagobertshausen, Aquarell um 1830

Die Dagobertseiche, auch Chatteneiche genannt, stand bei dem Dorf Dagobertshausen bei Marburg im nördlichen Hessen. Sie gilt als die dickste Eiche die es in Deutschland jemals gegeben hat. Auch weltweit gesehen gehört sie zu den dicksten Eichen aller Zeiten. Nur in Bosnien soll es 2 Eichen gegeben haben, die noch dicker waren. Das Alter der Eiche wurde damals auf 800 bis 1.200 Jahre geschätzt. Diese Alterseinschätzung erscheint mir als sehr Realistisch. Die Eiche war seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts komplett hohl. Das Bild von H. Möhl aus dem Jahr 1851 hat eine ausführliche Bildunterschrift: „Die ‚Chatteneiche bei Dagobertshausen W. von Marburg a/Lahn. 1 Mt über der Erde = 14,86 m Umfang (4,7 m Durchm), 1,8 m ü. d. E. 13,92 m Umfang. Enthält einen Stall für 2 Ziegen & einen für 3 Schäferhunde darüber einen Heuboden.“

Ort: Dagobertshausen
Gemeinde: Marburg
Landkreis: Marburg
Bundesland: Hessen
Alter: etwa 800 bis 1.200 Jahre
Umfang in 1 m Höhe: 14,86 m (1851)
Umfang in 1,8 m Höhe: 13,92 m (1851)
Abgestorben: um 1890

Friederich Kanngießer schreibt 1909 in Bemerkenswerte Bäume und Sträucher in der Umgebung von Marburg über die Eiche: „Der kleine Weiler Dagobertshausen (bei Marburg, Hessen) durfte sich ehedem rühmen, die stärkste Eiche der Welt besessen zu haben. Es war die sog. Chatteneiche, die auch Dagobertseiche genannt wurde. Ihr Standort war am sog. Hirtenhaus, gerade da – so will es die Ironie des Schicksals –, wo jetzt eine Mistgrube ihren Platz hat. Der Baum hatte 1 m über der Erde einen Umfang von 14,86 m und 1,8 m über dem Boden mass der Coloss noch 13,92 m in der Pheripherie. 1851 war die Eiche schon vollständig entgipfelt und führte nur noch ein kümmerliches Dasein. Der Orkan vom 18. Juli 1841 hatte ihre Kraft gebrochen. 1851 wurde sie noch als Ziegen- und Hundestall, darüber als Heuboden benutzt. Zuletzt hatte sie als Schweinestall gedient. Vor ca. 18 Jahren brach noch die einzig erhaltene Wand zusammen und heute ist keine Spur dieser Rieseneiche mehr zu sehen, deren Alter auf den fränkischen König Dagobert zurückgeführt wird, der den nach ihm benannten Ort 630 als Veste gebaut haben soll.“

Dagobertseiche in Dagobertshausen, Kupferstich, Ludwig Christian Wagner, 1838
Kupferstich, Ludwig Christian Wagner, 1838
Dagobersteiche in Dagobertseiche, Friederich Kanngießer, 1909
Friederich Kanngießer, 1909

Gestochen und gemalen, J. Eck
Gestochen und gemalen, J. Eck
Heinrich Möhl, 1851
Heinrich Möhl, 1851

Literatur

  • Hermann Günzel: Die alte Eiche. In: Festschrift 750 Jahre Dagobertshausen. Herausgegeben vom Magistrat der Universitätsstadt Marburg, Rathaus-Verlag 2009,  ISBN 978-3-923820-94-8, Seiten 259-272.
  • Uwe Kühn, Stefan Kühn, Bernd Ullrich: Bäume, die Geschichten erzählen. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München 2005, ISBN 3-405-16767-1, Seite 38.
  • Friederich Kanngießer: Bemerkenswerte Bäume und Sträucher in der Umgebung von Marburg. Verlag von W. Nitschkowski, Gießen 1909.
  • Karl Wilhelm Justi: Die Vorzeit: ein Taschenbuch für d. Jahr 1821. Elwert, Marburg und Cassel, 1820 (Online bei der Philipps-Universität Marburg).

Weblinks

Letztes Update: 14. Dezember 2016